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VIGLis Ehrenfeld-Block

Ich bin zugezogen. Von Bochum Stahlhausen ins Bochumer Ehrenfeld. Zwischen meiner alten und meiner neuen Adresse liegen 3,1 km, das ist nicht viel. Trotzdem hat sich mein Blickwinkel auf die Stadt sehr verändert. Nach 25 Jahren im Pott (vorher Berlin und München) waren manche Wege doch schon zur Routine geworden. Durch den Umzug betrachtete ich alles neu, die täglichen Wege waren andere. Meine Entdeckungen und Beobachtungen im Viertel Ehrenfeld innerhalb der ersten zwei Jahre nach dem Umzug, habe ich auf diesem virtuelllen Notizblock dokumentiert.

03. April 2015. Ein wichtiger Laden im Bochumer Ehrenfeld ist Göllner an der Hattingerstraße 43.

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Dort findet sich das - nach der Bahnhofsbuchhandlung - größte Zeitungsangebot in Bochum. Ob WAZ , Autosport, Schöner Wohnen oder Lillifee - für jeden gibt es etwas zu lesen. Viele kommen auch vorbei, um ihr Glück im Lotto zu versuchen. Aber auch wer ein kleines Geschenk sucht, wird hier oftmals fündig. Ob Glücksschwein oder ausgefallene Vase, in den Regalen stehen einige attraktive Dinge. Passend dazu gibt es natürlich  Glückwunschkarten und Geschenkpapier. Für den kleinen Appetit lassen sich sogar Bonbons, Kaugummis oder Schokoriegel erstehen.

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Bereits seit sieben Jahren halten die Besitzer dort die Stellung. Vorher war der Laden aber auch schon da. Das geräumige Geschäft bietet die Möglichkeit, ein bisschen zu stöbern. Aber wer in Eile ist und vielleicht einfach nur die Tageszeitung möchte, kommt hier genauso zu seinem Recht. Ich habe beim Zeitungskauf tatsächlich noch nie warten müssen. Schnell und freundlich, so macht einkaufen Spaß!

15. Februar 2015. Wer im Ehrenfeld wohnt, hört stündlich die Glocke von der Melanchthonkriche. Der Dichter und Theologe Phillipp Melanchthon war ja ebenso wie Luther eine treibende Kraft der kirchenpolitischen Reformation. Diesem Namen macht die evangelische Kirche auch heute noch alle Ehre, denn die Kirchenarbeit ist alles andere als verstaubt und hausbacken. Vielmehr findet man im Netz die Bezeichnung "Kulturraum" Melanchthon", die deutlich macht, hier geht es nicht nur um Predigt und Gebet. Da finden Lesungen statt, Konzerte und viele Möglichkeiten der Begegnung.

MelanchthonGebaut wurde die Kirche 1911-13 nach Vorbild einer Velberter Kirche von einem Düsseldorfer Architekten. 1943 richtete der erste Luftangriff auf Bochum so großen Schaden an der Kirche an, so dass sie erst 1950 nach entsprechenden Wiederaufbauarbeiten wieder in Betrieb genommen werden konnte. Aktuell sind Martin Röttger und Ellen Strathmann-von-Soosten die Pfarrer der Kirche, Kantor ist Ludwig Kaiser. Darüberhinaus gibt es einen Förderverein, der Kulturprojekte im Melanchthon fördert.

24. März 2015. Vor der Schiller-Schule an der Königsallee war heute etwas los. Schüler zogen verkleidet und johlend die Königsalle entlang. Ich nehme an, dass sie ihr Schulende feierten. Allerdings sind die Abiturprüfungen wohl erst im April. Viel Glück für alle Absolventen!

 

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12. Februar 2015. Mir scheint im Bochumer Ehrenfeld werden viele Haustiere gehalten. An der Oskar-Hoffmannstraße hat nämlich schon vor einiger Zeit der "Netto" geschlossen und nun steht da ein "Futterhaus". Da gibt es alles für Hund und Katze. Ob auch an alle anderen Kleintiere gedacht wurde, muss ich noch ergründen. Jedenfalls sieht es so aus, als ob sie dort mit Tierfutter bessere Geschäfte erhoffen als mit Menschenfutter.

24. März 2015. Meine Off-Off-Theatergruppe "VIGLis Wanderbühne" ist natürlich nicht nur im Ehrenfeld verortet, schließlich wandern wir mit unseren Auftritten an alle möglichen Orte. Aber im Moment ist unser Zentrum im Bochumer Ehrenfeld, wir proben in meinem Wohnzimmer, in der Schauspielschule Takeoff (gegenüber vom Schauspielhaus) und kürzlich in einer Turnhalle, die von der Caritas in der Ostermannstraße vermietet wird.

Mit dem aktuellen Stück haben wir uns dem Thema "Übergänge" gewidmet und über ein Jahr dazu Ideen gesammelt, die nun zu einem Mosaik aus einzelnen Szenen zusammen gefügt sind. Es gibt so viele Übergangssituationen in unserem Leben! Ob auf dem Bahnhof oder Flughafen, am Straßenübergang, beim Älter werden oder ausziehen. Musikalisch wird unser Stück von Gitarre, Laute, Trommel, Rasseln und Monochord getragen. Die Premiere findet am 27. März um 19 Uhr in Velbert-Langenberg (Krankenhausstr. 17, Cafeteria) statt. Schön wäre es, wenn wir auch noch in Bochum spielen könnten. Allerdings brauchen wir einen Rollstuhl-zugänglichen Raum, was oft nicht leicht zu finden ist.

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09. Februar 2015. Im Bochumer Ehrenfeld gibt es eine ganze Menge Möglichkeiten, sich die Haare schneiden zu lassen. Jedenfalls gibt es einige Friseurläden. Anscheinend gehen die Bochumer gerne zum Friseur, auf Nachfrage waren jedenfalls alle in meinem Umfeld nicht für einen spontanen Termin zu haben. Interessant ist, dass manche große Schaufenster haben und oder prominente Websites während andere nur als Geheimtipp gefunden werden.

In der Alten Hattingerstraße gibt es Sara Magielka, die sich als "Hair- and dressingroom" versteht. Wer sich dort gegen einen Haarschnitt entscheidet, kann zumindest etwas anzuziehen mitnehmen.

Bei "Coquelicot" an der Königsallee 10 gibt es neben dem Haarschnitt auch noch eine Shiatsu-Massage im Angebot.  Die Mitarbeiter verstehen Haare als "Kunst und Lust".

Der Edelweiß-Friseur in der Friederikastraße hat sich vor allem auf eine individuelle Beratung spezialisiert. Die Preise dort haben es in sich, dafür darf man dort sicher sein nicht gerade den Chef oder die unliebsame Nachbarin am Frisiertisch nebenan zu treffen, denn jeder bekommt einen Termin ganz für sich allein.

03. März 2015. Eine Tankstelle gibt es natürlich im Stadtgebiet öfter. Die Aral-Tankstelle Ecke Königsallee/Wasserstraße ist aber etwas Besonderes. Nicht etwa, weil sie spezielles Benzin hat sondern weil sie ein Treffpunkt ist. Dort an der Grenze des Ehrenfelds ist der beliebteste Treffpunkt für die Triathlten vom SV Blau-Weiß Bochum. Ob es sonntags zum radeln geht oder donnerstags zum Lauftreff, immer wieder fällt das Stichowrt "Aral". Dort könnten wir Sportler uns theoretisch noch mit Snacks und Getränken versorgen, aber das ist eigentlich nicht die Regel. Es ist nur einfach der Treffpunkt, weil man von dort freie Fahrt Richtung Stiepel oder Weitmarer Holz hat, auch die Springorumtrasse ist nur einen Katzensprung entfernt. Ich glaube, die Herren und Damen von der Tankstelle wissen das gar nicht, was sie für ein toller Treffpunkt sind, mit Beleuchtung und Regendach und dann auch noch blau-weiß;-)!

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03. Februar 2015. Findige Bochumer haben mittlerweile heraus gefunden, dass die astronomische Beobachtungsstation tatsächlich an der Schillerschule ist. Darauf war man auch einmal sehr stolz, nur ist sie zurzeit außer Betrieb. Es ist aber geplant, sie wieder zugänglich zu machen. Bis dahin genügt es ja, das Schild nicht zu putzen und dies dann zur neuerlichen Einweihung feierlich zu tun!

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23. Februar 2015. Mitten im Ehrenfeld ist "Das Oskar". Es ist tatsächlich nicht "der" Oskar, weil diese Abkürzung für das "Oskar-Hoffmannhaus" verwendet wird. Direkt gegenüber vom Schauspielhaus bietet dort das Freie Bildungswerk sein Programm an. Das reicht von Stressabbau über Familienstellen bis zur Klangmeditation. Oskar Hoffmann war übrigens ein Knappschaftsdirektor in Bochum, nach ihm wurde die Straße benannt an deren Nr 25 nun das Haus mit demselben Namen steht

28. Januar 2015. Wer die Königsallee stadtauswärts fährt, sieht rechterhand vor der Ampel am Waldring ein Schild: Astronomische Beobachtungsstelle. Es ist schon etwas verschmutzt, aber ansonsten weist nichts darauf hin, dass das Schild ungültig ist.

Folgt man dem Pfeil, gibt es allerdings keinen weiteren Hinweis. Auf der Schillerschule, die sich dort an der Ecke befindet, scheint eine Kuppel zu sein, die für derlei Sternbeobachtungen gemeint sein könnte. Bisher konnte ich aber weder auf der modernen Webseite der Schule noch sonstwo einen Hinweis finden, ob es dieses Beobachtungsstelle noch gibt. Wenn es eine schulinterne Einrichtung wäre, bliebe die Frage offen, wieso ein Schild so prominent an der Königsallee darauf hinweist?

Kontakt zu den Sternen bekommt man in Bochum ansonsten im Sunderner Radom und im Planetarium. Im Ehrenfeld dagegen bleibt das Sterne gucken vielleicht einfach den klaren Nächten und einem Spaziergang vorbehalten. Mehr als die Sterne fallen einem dann aber die Lichter der Stadt auf.

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