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04. September 2016. Wer etwas länger in Stade verweilt, sollte sich auch Zeit nehmen, das Umland der kleinen Stadt zu erkunden. Fast jeder kommt dann auch am bekannten Lühe-Anleger vorbei, wo es Schiffe zu beobachten gibt, aber auch etliche Buden für das leibliche Wohl. Am Wochenende sind dort gerne alle Parkplätze besetzt, in der Woche geht es dort trotz Pommes, Wurst und Co, eher gemütlich zu.P1050250kl

Ein Stückchen weiter flussaufwärts gibt es eine weiteres High light am Elberadweg: Die Überfahrt zur Insel Lühesand. Für Radfahrer, die Gepäck und Rad nicht allein lassen wollen, ist der Ausflug allerdings nur bedingt geeignet, denn die Räder können mit dem kleinen Boot nicht übergesetzt werden. Wer allerdings am Kiosk "Sandhörn" direkt hinter dem Deich fragt, wird dort sein Zweirad sicher auch gut bewacht parken können. Auch Autofahrer können dort für zwei Euro ihren Wagen stehen lassen.P1050219kl

Zweites Hindernis vor Erreichen der Insel ist dann der Fährplan. Nur am Wochenende verkehrt das Boot nachmittags alle 15 Minuten, an den Wochentagen wird allenfalls im Zweistundentakt übergesetzt, wenn überhaupt. Dass es nicht so ganz leicht ist auf Lühesand zu gelangen, macht den besonderen Reiz der Insel aus. Dort finden sich keine Busladungen an Touristen und auch die Camper sind ein individuelles Völkchen. Obwohl dort einer der höchsten Hochspannungsmasten Europas steht (227 Meter) gibt es für Insulaner nur Strom,wenn sie ihn selbst herstellen. So gibt es also kleine Hütten mit Solarzellen oder Menschen, die ihren Tag- und Nachtrhythmus nach der Sonne ausrichten.

Nach meiner Lesung am Samstag nutzten wir den angebrochenen Tag noch für eine Überfahrt zu dieser kleinen Insel. Obwohl sie nur 2 x 3 km groß ist, gibt es eine Menge zu entdecken und zwei Stunden vergingen wie im Fluge.

Abgesehen von den sandigen Pfaden, die in die Naturschutzwildnis oder zu den Campgründen führen, gibt es dort die perfekte Möglichkeit, um Schiffe zu bestaunen. P1050243klWährend wir am Ufer saßen, kam zunächst die Stader Greundiek vorbei geschippert und dann ein Containerschiff, das aus nächster Nähe wirklich beeindruckend riesig ist. Kleiner Mensch am großen Ufer. Ein paar Camper feierten fröhlich in ihrem Zelt-Vorgarten, ansonsten war es im Wesentlichen still. Es ist unglaublich wie sich eine Atmosphäre verändern kann, nur weil das Festland dreihundert Meter entfernt ist. Theoretisch eine kurze Schwimmstrecke, praktisch muss man allerdings die Strömungsverhältnisse kennen und außerdem gewahr sein, dass dort gerne Motorboote entlang geschossen kommen. Ein Badeparadies ist diese Elbe-Teil sicher nicht. Kanufahrer haben allerdings ihren eigenen Bereich auf der Insel und finden dort offensichtlich gute Möglichkeiten vor.

Auf dem Rückweg mussten wir die Schuhe ausziehen, um das Boot zu besteigen, denn der Fähranleger stand unter Wasser. Mit so etwas müssen Insulaner eben rechnen. Ein faszinierendes Kleinod in der Elbe. Übrigens gibt es auch ein Gasthaus auf der Insel, das wir allerdings nicht besuchten. Wer dort einen Kaffee trinken will, sollte sich vorher über die Öffnungszeiten informieren, denn auf Lühesand hat alles seinen eigenen Rhythmus.

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