Das Gartenhaus am Süderwall in Otterndorf ist ein magischer Ort. Sobald ich dort am Schreibtisch sitze, habe ich mehr Ideen, als ich aufschreiben kann Die Stadt Otterndorf hat mich 2005 und dann wieder 2025 zum Stadtjubiläum mit einem Stipendium ebenda beglückt. 2005 hatte ich ein halbes Jahr Zeit und die Stadt und seine Bewohner haben sich tief in mein weiteres Leben hinein geschrieben. Der jährliche Triathlon zum Beispiel ist ein fester Termin in meinem Kalender geblieben.
Und dann 2025 vier Wochen im Oktober. Fast kommt es mir wie im Zeitraffer vor, was sich alles ereignete. Nicht nur, dass ich in Sturm und Nacht die Küste laufend eroberte, es entstanden auch Texte und neue Kontakte. Als ich für die Abschlusslesung Mitstreiter suchte, tauchten da so wunderbare Menschen auf, das klar war: Wir haben eine kreative Zukunft! Noch in den letzten Tagen schrieb ich eine Geschichte über eine sonderbare Paketzustellung und dachte mir, das ließe sich als szenische Lesung gestalten.
Marissa Burchardt sagte mir die musikalische Unterstützung zu und da wusste ich schon, das wird phantastisch. Wenn sie singt, ist die Welt für einen Moment nur noch gut und auf der Querflöte kann sie mit den Fingern tanzen. Alina Stolter und Claudia Neumann waren ebenfalls bereit, ihre Zeit zu investieren und gemeinsam eine spannende Präsentation zu entwickeln. Direkt zu Beginn des neuen Jahres reiste ich also wieder in die Medemstadt (Silvesterlauf und -bad standen sowieso im Kalender) und wir probten und entwickelten ein Drehbuch.
Aber die besten Ideen versanden im Studierstübchen, wenn es keine Menschen gibt, die sich um die Organisation kümmern. Was für ein Glück, dass ich die Unterstützung vom Kulturbüro hatte. Claudia Neumann als Mitspielerin und Julia Heuer, die alle Fäden zusammenführte. Ein Plakat gestalten, die Info an die Presse senden, Plakate aufhängen, Raum organisieren, Stühle aufstellen – rund um eine Veranstaltung gibt es eine Menge zu tun, was ich von Bochum aus in keiner Weise hätte leisten können. Aber was soll ich sagen? Der Abend kam und nicht nur meine Story war unglaublich. Das Publikum strömte, irgendwann habe ich aufgehört zu zählen, es waren weit über 50 Personen im Saal. Bürgermeister Claus Johannßen begrüßte uns Bühnenspieler herzlich und gekonnt und dann verzauberten wir das Publikum mit Gesang, Theaterspiel, Lyrik und Geschichte.
Leuchtende Augen, Szenenapplaus.
Hinterher gab es nicht nur Blumen, sondern auch viele begeisterte Rückmeldungen. „Vielen Dank für diesen schönen Abend!“, riefen mir die Menschen im Gehen immer wieder zu. Das kann ich nur erwidern. Kunst leuchtet! Danke an alle, die dabei waren. Wer die Geschichte vom Süderwall auch sehen will, kann uns gerne buchen!
31.1.2026
