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Die Heide

Wochenende und Sonnenschein. Mein Freund ist zu Besuch, wir rutschen mit dem Blick über die Karte.

Da ist es schön. Und hier. Und dort.

Das Porzellan gibt dann den Ausschlag. In Oberhaverbeck gibt es einen kleinen wunderbaren Laden in dem ich schon einmal einen Heideblüten-verzierten Teller erstanden habe. Ich hätte gerne einen zweiten. Und wenn wir dann schon dort sind, wollen wir natürlich wandern.

Möglichkeiten

Samstag hat in Soltau das „Haus der Möglichkeiten“ eröffnet. Kreative Aufbruchsstimmung in dieser Stadt in der so vieles möglich ist. Ein Leerstand bietet für die nächsten Wochen Raum, um Begegnungen zu ermöglichen, Vereine zu präsentieren und nachhaltige Konzepte zu entwickeln.

Netzwerke bilden. Die Ideen brodeln. Was treibt uns um? Dinge reparieren, statt wegzuwerfen; Müll sammeln oder gleich vermeiden, naturfreundlich reisen und, natürlich: Die Literatur.

Hier sein

In der Soletherme die Gedanken und den Körper schweben lassen, bei den Soltauer Gesprächen über das Welt-interessierte Publikum staunen, beim Einkaufen einen Soltauer Frank treffen, der heißt diesmal tatsächlich so und ist auch Triathlet (in meinen Sportbüchern nenne ich alle Triathleten aus meinem Verein „Frank“). Und dann ist abends Lesung. Der Hausmeister ist frühzeitig vor Ort und bemüht sich nicht nur um die Technik.

Museumsmut

Gestern sprach mich ein Tourist an, er sei nur eine Nacht in Soltau, ob er jetzt lieber Spazierengehen oder in die Soletherme sollte. Natürlich habe ich ihn sofort in den Wald geschickt bei diesem Wetter. Aber wenn wir etwas länger gesprochen hätten, hätte ich ihm auf alle Fälle noch die Museen ans Herz gelegt. Die sind in Soltau ein Sonderfall und quellen über von Elan und Ideen der Bewohner. Spielmuseum und Bleiläuse zeigen bereits im Namen, dass solche Einrichtungen keinesfalls dröge Plätze sind.

Ankommen 2

Sonnensonntag. Ich laufe in den Wald, zur grundlosen Ku(h)le, die früher mit Salz gefüllt war oder vielleicht doch mit einem herrschaftlichen Schloss. Die Wurzelwege und Schlammlöcher bremsen meinen Schritt. Ich höre den Specht klopfen, rieche das Kiefernholz.

Später nehme ich das Fahrrad, rolle nach Bispingen, esse ein Eis und höre wie eine Dame am Nachbartisch erzählt, dass sie verreist war und jetzt so froh wieder hier zu sein. In der Heide.

Ankommen 1

Die Sonne scheint, der schwere Koffer, am Bahnhof werde ich erwartet. Die ersten Momente, dieses Sich-heraus-schälen aus dem Alltag. Ich werde schreiben, so wie ich immer schreibe und doch ist es anders. Ein Schreiben in der Heide. Ein Schreiben am Waldrand, im Bachrauschen. Ich bekomme einen Schlüsselbund, ein Fahrrad, ein Bett, einen Blick auf die Böhme. Ehe ich den Koffer auspacke, bin ich wieder draußen, umarmt von diesem sommerwarmen Apriltag.

Podcasts mit VIGLi

Mein Buch „Trasse ist Klasse“ hat mir zwei Einladungen zu Podcasts beschert. Zunächst war ich bei Christian Drastil in Wien eingeladen und wurde dort als 101. Gast seiner Sportwoche begrüßt. Mit Mikrofon in der Hand stand ich ihm Rede und Antwort zu meinem Schreiben, erzählte von meinem Verein SV Blau-Weiß Bochum und was mich sonst so zu meinen Büchern inspiriert. Das Laufen, das Leben. Der Kontakt war durch den Egothverlag entstanden, der eben in Wien ist, aber die Audiodatei lässt sich nun von allüberall bei spotify herunterladen.

Eisbärenlauf Wien

Vor der Haustür laufen heißt vor der Haustür laufen, egal wo man ist. Im Moment bin ich in Wien. Und da gibt es eine super breite Trasse, die Praterallee. Und just als ich zwecks Lesung aus dem Ruhrgebiet angereist war, gab es dort den Eisbärenlauf. Na dann, das war doch die perfekte Gelegenheit fand ich und meldete mich spontan für den Halbmarathon an.

Zwischen Olymp und Oste

Wer auf der Website „Wattzeit“ stöbert, findet dort viele Laufveranstaltungen des Nordens. Eine besonders ungewöhnliche ist der Olymp-Marathon. Man muss nur einen reichlichen Kilometer laufen, um diesen Olymp-Aussichtspunkt zu erreichen. Und wer Runde um Runde diesen Hügel hinauf und hinunter läuft, hat im Ende eben einen Marathon. Läufer, die sich mit der Hälfte der 32 Runden begnügen, haben immerhin einen Halbmarathon mit 750 Höhenmetern geschafft. Das gibt es auch in den Alpen nicht so oft. Vor allem trifft man am Olymp des Nordens regelhaft den Yeti. Das glaubt auch nur, wer dabei war. In meinem Buch „Trasse ist Klasse“ habe ich auch schon von diesem Lauf berichtet. 

Die norddeutschen Berge

Zwei Mal war ich schon da, in Bremen. Wo es flach ist und eben doch nicht. Jetzt zum dritten Mal. Der Berg, der keiner ist, sondern nur Hügel, die im ZickZack zu überrennen sind. Beim letzten Marathon dort in Eis und Schnee hatte ich beschlossen, nie wieder. Man kennt das als Läufer, dass so ein Nie meist nicht lange hält. Aber es genügte, um mich diesmal nur für den Halbmarathon anzumelden. Das sind schon 500 Höhenmeter. Im legendären Bremen-Maßel.

Die Schlammwanderer

Bochum hat einen Alpenverein. Das glaubt einem jenseits des Mains schon niemand, weil sie nicht ahnen wie hübsch wir es hier haben. Viele Jahre war ich Nutznießerin der legendären Karfreitagstouren, deren Eis am Wegesrand und nummerierte Essensbestellungen uns auch heute noch gedanklich begleiten. Nun habe ich nicht so ein begnadetes Organisationstalent, aber angesichts der steten Suche nach Wandervögeln, die eine Tour anbieten, dachte ich, das sollte schon Mal drin sein. Schließlich bin ich andauernd draußen unterwegs und entdecke viele schöne Wege.

Klang der Schritte und Trasse ist klasse – Lesungen 2024

[…] „Hast du denn eigentlich mit meiner Mutter oder mit Karl darüber gesprochen?“ fragte Benno. Gesa beugte sich nach vorne, tauchte ihre Arme in das Seewasser und benetzte sich Gesicht und Oberkörper damit. Als sie sich wieder aufrichtete, antwortete sie: „Ich habe es versucht, aber es ging nicht wirklich. Niemand will das hören, dass Gerry mir fehlt.“ […]

Flinki und Blacky

Als Biologin bin ich beruflich zwar eher im Labor und am Computer als draußen unterwegs, aber die Lust am Beobachten der Natur ist mein stetes Steckenpferd (und vielfach auch Antrieb für meine Bücher). Seit jeher füttere ich die Vögel in meinem Vorgarten, freue mich über Meisen, Rotkehlchen, Finken und Zaunkönig. Dann plötzlich war das Futterhaus so von jedem Körnchen befreit, wie es den gefiederten kleinen Freunden kaum gelingen konnte. Wer hatte sich angepirscht?

Berglauf in Bremen

Manche bezweifeln, dass es den Weihnachtsmann gibt, dabei kann man ihn allenthalben auf Weihnachtsfeiern treffen, manchmal noch mit einer Schar Engel dabei. Und manche glauben tatsächlich, es gäbe in Bremen keine Berge, obwohl meine Muskeln diese ganz wahrhaftig erspürt haben. Die Engel hörte ich auch schon fast singen.

Das liegt daran, dass Olaf Häsler mehrmals jährlich zum Bremer Bergmarathon einlädt, auf der zugehörigen Urkunde prangt majestätisch der Eiger. Das Prinzip: Es gibt eine hügelige Runde durch den Sportpark in Bremen-Marßel von knapp drei Kilometern. Wer diese 15 Mal läuft kommt auf ein bisschen mehr als 42 km (bei mir waren es 45) und sammelt dabei 1125 Höhenmeter. Wer weitere drei Runden anhängt hat die Ultra-Version eingesackt und noch ein paar Höhenmeter mehr.

Lesung in der Schule

„Den Weihnachtsmann gebe ich ihnen schon mal“, sagte der blonde Zwölfjährige kaum, dass ich den Raum betreten hatte und streckte mir ein prächtiges Papierexemplar entgegen. Offensichtlich wollte er nicht erst abwarten bis ich etwas vorgelesen hatte.

Freitag, 17.November 2023, bundesweiter Vorlesetag und als Teil der regionalen Veranstaltungsreihe „Moorlesen“ war ich an die Oste-Hamme-Schule in Gnarrenburg eingeladen. Es waren knapp zwei Stunden Zeit, um Siebtklässlern vorzulesen.

Mit dem Einhorn auf der Alb

1200 Höhenmeter auf 50 Kilometer ist ja eigentlich nicht so viel, sagte mein Freundin. Da konnte ich kaum widersprechen. Hätte man die 1200 Höhenmeter gar auf 100 oder 200 Kilometer verteilt, wäre es ein nahezu flacher Spaziergang geworden, nur eben ein bisschen lang. Aber 50 Kilometer sind in jedem Fall 50 Kilometer, ob mit oder ohne Berg. Und wie es in Wirklichkeit ist, das weiß der oder die Laufbegeisterte eben erst, wenn er wirklich da war:

Beim Schwäbischen Albmarathon.

Eine Veranstaltung, die mit ihrem Namen klares Understatement betreibt, denn es ist ein waschechter Ultra.

Von diesem Lauf gehört hatte ich schon viel, einzig die weite Anreise aus dem Ruhrpott hielt mich immer wieder ab. Dabei haben es schon 1919 die berühmten Gussstahlglocken von Bochum nach Schwäbisch Gmünd geschafft, um auf dem Rechberg zu läuten und ein Exemplar hält dort immer noch die Stellung.

Die Ost-Nordsee-Story

„Hast du Lust von Rügen zur Nordsee zu radeln?“

„Ok, wann?“

Ich gab den Termin durch und damit war alles klar. Wir hatten noch sieben Monate Zeit bis zum Start, deswegen haben wir dann noch zwei oder drei Kurznachrichten ausgetauscht. Mit Freunden, die man seit 40 Jahren kennt, geht sowas. H ist zwar kein Frank (=Vereinskollege), aber so ähnlich. Früher hingen wir zusammen am Totenkirchl in den Felsen oder stapften mit Steigeisen über diverse Gletscher, später radelten wir an der Mosel und dass am dritten Tag der Tour mein Rad auseinanderfiel war bedeutungslos, weil wir uns auch in einer Kneipe gut unterhalten konnten. Dass H in Basel wohnt und ich in Bochum, ist eigentlich kein Hindernis, auch wenn die Bahn immer alles versucht, um uns davon zu überzeugen, dass die Entfernung unüberbrückbar sei.

Diesmal also Rügen.

VIGLi auf Vilm

„Warst du schon Mal hier?“

„Nein“.

„Komm mit, gehen wir den Rundweg.“ Zaghaft und staunend gehe ich mit.

Ein schmaler Trampelpfad zwischen Bäumen, seit Jahrhunderten gibt es hier keine forstliche Nutzung, die Ulmen und Buchen dürfen wachsen wie sie wollen, sind teils über 200 Jahre alt und ein Beweis dafür, dass Alter schön macht. Zwischen den Stämmen blinkt die Ostsee, Ich muss mich kneifen, träume ich oder ist das wirklich so, dass ich mit der Badekappe und einer Rettungsboje in der Hand durch den Wald stapfe? Nicht weit neben mir schmatzt das Wasser am Fels. Ich komme hier nur schwimmend wieder weg.
Wie konnte das passieren?

Schreiben auf der Insel Vilm, umgeben von viel Natur und wenig Mensch, das war ein Traum für mich. Aber wie kommt man zu inspirativen Inselmomenten, wenn das Eiland nicht zugänglich ist und allenfalls im Rahmen einer Naturschutzexkursion begangen werden darf? Wer Vilm im Netz sucht, stößt bald auf das Vilm- Schwimmen. Seit 24 Jahren landen jährlich im August 400r Begeisterte mit dem Boot auf der kleinen Insel und schwimmen zurück.

2,5 km.

Mit neuem Schalthebel durch Rippelbaum

Fürchte Dich las ich auf dem Ortsschild und dachte noch, es ist gar nicht zum Fürchten hier, nur wunderbar. Als ich das zweite Mal mit meinem Rennrad am Ortsschild vorbei sauste konnte ich meinen Lesefehler korrigieren, Füchtorf hieß es in Wirklichkeit, die Spargelmetropole im Münsterland. Ich war allerdings nicht zum Spargel essen da, sondern um beim Sassenberger Triathlon die olympische Distanz zu erobern.

Schwimmen, radeln, laufen.

Mit dem Rad zum Treffpunkt

München, das ist Hofbräuhaus, Alpenblick und Neuschwanstein? Von wegen. Das ist Schwimmen, wandern, laufen und radeln unter bayerisch blauem Himmel. Da gibt es eine Menge Möglichkeiten. Trotzdem plane ich dort keine Trainingstouren, sondern funke Familie und Freunde an.

Wer hat wann und wo Zeit? Ein Fahrrad buche ich immer über den sagenhaften mobilen Radlverleih München Süd, der mir das Rad an die Hoteltür bringt. Und dann Mal los mit den Verabredungen, S-Bahn und Bayerische Regionalbahn gibt es schließlich auch noch.

Mittsommer

Das leuchtendgelbe T-Shirt gefiel mir. Das Problem: Das gab nirgends zu kaufen, sondern nur beim Mittsommerlauf. Start 5:18 Uhr in Düsseldorf.

Zu früh dachte ich und scrollte weiter durch die Vorschläge wie sich die Mitte des Sommers mit ihren langen Tagen feiern lässt.

Aber dann war Samstag Nachmittag, ich hing nach dem Lauftraining entspannt auf der Couch herum und plante eine Radtour für den Sonntag. Es waren 30 Grad gemeldet. Ich musste also früh aufstehen, wenn ich nicht auf dem Sattel gegrillt werden wollte. Moment Mal, Frühaufsteher stand auch auf dem gelben T-Shirt, fiel mir ein. Ich rief die Veranstaltungsseite noch einmal auf.

5:18 Uhr Start für 5,5 oder 11 km am Menzelsee in Düsseldorf, danach Frühstück, eine Sonnenaufgangsmedaille. Und das T-Shirt. Ich befragte den Routenplaner, 48 km und ein paar Hügel trennten Bochum vom Startpunkt. Machbar. Dann hätte ich Radtour und Lauf und T-Shirt überlegte ich. Alles bevor es heiß wurde.

So nahm das Abenteuer seinen Lauf.

Bingo mit Badetuch

Gestern war ich auf einer besonderen Party. Ich brauchte kein Geschenk für den Gastgeber, stattdessen musste ich mich in einem mehrtägigen Assessment-Center bewähren. Es ging insgesamt darum, vom gewöhnlichen Müsliriegel zum Kuchenbuffet aufzusteigen, was ja für eine Party deutlich der bessere Platz ist. Für meinen Karriereaufstieg musste ich zum Beispiel mehrere Hundert Briefumschläge mit Nummern bekleben und darauf achten, dass nicht Waffel-Teig sondern Chips in den Brief getütet wurden. Wobei es sich nicht um das Salzgebäck sondern elektronische Messgeräte handelte, denn die Partymeile eröffnete sich in der Obhut von Triathleten.

Unser Schlumpfverein hatte nämlich beschlossen, das selige Wettkampfglück für andere zugänglich zu machen. Deswegen befand ich mich in fröhlicher Gesellschaft von zahlreichen weiteren Teilnehmern des Helfer-Rekrutierungs-Assessment Centers.

Der Knüller an der Sache war: Wir wurden alle genommen!

Picknick

Triathlon ist ein Individualsport heißt es. Außer man ist bei uns im blau-weißen Schlumpf-Verein. Normalerweise zieht beim Dreikampf jeder alleine seine Trainingseinheiten durch, die sich ein anderer für ihn ausgedacht hat, damit es sich nicht ganz so einsam anfühlt. Aber bei uns gibt es da ganz andere Möglichkeiten.

Erstens treffen wir uns einfach so, quasi zufällig, also ohne Verabredung. Ganz unerwartet ist das natürlich nicht, denn irgendwo im Umkreis unserer Wohnungen müssen wir ja unser Training absolvieren. Ich laufe oft genug alleine los, habe dann plötzlich Begleitung oder zumindest jemandem zugewinkt, was für Triathleten schon fast wie ein gemeinsamer Abend in der Kneipe ist, unser Zeitkontingent ist schließlich knapp.

Der Ausweis

Jetzt ist es offiziell. Ich bin Betreuerin.

So etwas kennt man aus der Psychiatrie. Aber beim Triathlon gibt es das auch.

Da gibt es sowieso manche Ähnlichkeiten. Dass Menschen in Badeanzügen mitten durch einen Ort radeln und laufen und dabei noch Applaus bekommen, kann nur funktionieren, wenn sich alle in eine gemeinsame Vorstellungswelt zurückgezogen haben. Nach dem Schwimmen ist es wichtig aufs Fahrrad zu steigen, anschließend müssen die Laufschuhe geschnürt werden und das so schnell wie möglich.

Darüber muss man sich schon einig sein.

Lebensalter minus 10

Laufen ist viel mehr, als einen Fuß vor den anderen zu setzen. Das haben wir gerade kürzlich beim Günni-Lauftreff besprochen, der so heißt, weil es einen Günni gibt, der jeden Samstag um 8:30 Uhr zum Laufen einlädt. Also nicht zur Party, zum Frühstück, zum Wein trinken, sondern zu einer 10 bis 15 km langen Laufrunde. Und es funktioniert: GuennisBei jedem Wetter findet sich eine Horde Laufwilliger ein und ist überzeugt: Es gibt überhaupt keinen besseren Anfang für das Wochenende als zu laufen. Manchmal unterhalten wir uns, erzählen Wichtiges und Unwichtiges.

Manchmal rennen wir um die Wette, fordern uns heraus, schwitzen und bleiben dann irgendwo stehen, um ein Foto zu machen. Und auf jedem dieser Bilder ist zu sehen: Das Leben ist gut.

Küstenglück

Bestes Aprilwetter, die einen schnüren ihre Schuhe für den Frühjahrsmarathon, die anderen versammeln sich zu RTFs, nur ich renne zum Bahnhof. Streik am Freitag heißt für mich, das Wochenende mit dem Liebsten an der Nordsee fällt aus oder ich lasse mir was einfallen. Also, Homeoffice sei Dank, Donnerstag Abend in fliegender Eile die Taschen geschnappt und dann den Zug erwischt, der gerade noch fuhr bevor wieder einer ausfiel. Das Siegesgefühl ist unbeschreiblich, es sollte Bahnmedaillen geben für erfolgreiche Anreisen.

Turnschuhe im Kopf

„Tragen sie Zahnprothesen?“ Nein.

„Haben sie einen Organspendeausweis?“ Ja, antworte ich und denke, bevor ich meine Organe spende, habe ich aber noch ein bisschen was vor.

Zum Beispiel essen.

Ich bin zuvor 70 km geradelt mit 700 Höhenmetern und das bei zum Teil sehr kaltem Gegenwind. Aber statt in einer Pizzeria bin ich zum Abschluss in der siebten Etage vom Unfallkrankenhaus gelandet. Super Aussicht, für so etwas zahlen andere Eintritt, nur ich habe es mit dem Kopf durch die Wand geschafft.

Die Raketenschnecke

Ziele sind wichtig, als Traum, als Richtung im Leben, als Motivation. Wie so ein Traumziel aussehen soll, muss jeder selbst entscheiden. Wer läuft, hat da besonders viel Auswahl. Wilde Strecken in den Bergen, Marathon, rückwärts laufen.Schnecke
Oder sich eine Urkunde mit Raketenschnecke verdienen.

Diese Schnecke war in Otterndorf gestartet, wo das Team Thomas und Thomas bei einem Bier auf die Idee kam, man könnte einmal um den Sportplatz laufen und am nächsten Tag zwei Mal. Und dann drei Mal. Der Otterndorfer Fitness Booster war geboren.