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Firmenlauf 2026

Firmenlauf 2026

Jedes Jahr im Sommer gibt es einen Donnerstag, an dem wir Forschenden uns nicht abends am Computer oder im Labor treffen, sondern auf ein Getränk. Vorzugsweise Wasser im Pappbecher. Und vorher laufen wir 5,5 km. Ein Forschungsinstitut ist zwar genau genommen keine Firma, aber wenn der legendäre AOK-Firmenlauf als Universitäts-Institute-Unternehmen-Firmen-Lauf bezeichnet würde, könnten sich wahrscheinlich nicht so viele dafür begeistern. Und es werden jedes Jahr mehr. Unterdessen haben die Teilnehmerzahlen die 3000 längst überschritten. Es entwickelt sich, würde ich sagen, allmählich als Alternative zu Bochum total.

Musik und draußen. Den Eintritt zahlen die Chefs, wir müssen nur laufen.

Und uns finden. Denn das ist die eigentliche Aufgabe der Veranstaltung, dass sich die Teilnehmenden der jeweiligen Unternehmen zum Plauschen treffen. Deswegen hat jedes Team ein eigenes T-Shirt-Design. Wir sind dem Krankenhaus-Weiß unterdessen entronnen und haben adrette blaue Shirts. Blau ist aber in allen Varianten beim Event am Kemnader See in Bochum so häufig vorhanden, dass es als Erkennungsmarke nur bedingt tauglich ist. Vielleicht sollten wir zu ultramaringrünrosaviolettorange wechseln.

Der IPA-Treffpunkt ist allerdings seit Jahr und Tag eindeutig vor dem Freizeitbad Heveney. 90 Minuten vor dem Start. Da sich so früh fast niemand versammelt, haben wir gute Chancen unser Team zu entdecken. Etwa 10% unserer Belegschaft erscheinen letztlich, nachdem der ausdauernde Prozess des ich-mache-mit-doch-nicht-mir-ist-was-dazwischen-gekommen überstanden ist. Das Problem ist nur, dass die frühzeitig angereisten spätestens nach 30 Minuten nicht mehr still stehen können oder zur Toilette müssen und die spät angereisten keinen Parkplatz mehr bekommen. Es ist überliefert, dass Quereinsteiger noch über Zäume klettern, um rechtzeitig zum Start zu erscheinen. Gruppenfotos sind also in der Regel Etappen-Serien mit den schon oder noch vorhandenen Menschen. Diesmal hatten wir sogar zwei Fans dabei, die sich aber nur dank ihrer großen Motivation durch das Getümmel drängeln konnten. Sie haben sich deshalb darauf spezialisiert unseren Schnellsten anzufeuern, der vielleicht eben deshalb auch der Schnellste von uns war.

Dabei handelt es sich bei den fünfeinhalb Kilometern um eine durchaus abwechslungsreiche Strecke. Theoretisch Asphalt, flach. Praktisch Trail und Intervalle. Die Laufwilligen müssen nämlich auf den ersten Kilometern über buckelige Wiesen laufen, um den Wandervögeln, die im Team die Strecke blockieren, zu entkommen. Nach dem Wendepunkt rennt Mensch mit Blick auf den See, es gibt Musik und kleinste Steigungen, die den Menschenstrom aufteilen in ich-kann-nicht-mehr und jetzt-nochmal-Gas-geben. Unser IPA-Team flog nach 23 bis 50 Minuten über die Ziellinie. Medaillen-behängt fanden wir uns auch sofort zwischen den dreieinhalb Tausend Schwitzenden wieder. Daran ist deutlich zu sehen, was unser Institut für eine Strahlkraft hat. Die Müsliriegel-Gespräche reichten von Überholmanövern zu Saisonplänen und dann wurde es im durchgeschwitzten Hemdchen tatsächlich kühl. Bei untergehender Sonne radelte ich nach Hause und dachte IPA heißt vielleicht doch Immer-Party-AmSee.

2.7.2026