Wir haben oben gute Laune, unten gute Laune, vorne gute Laune – das ist der Ohrwurm, den ich heute von den Bremer Stadtmusikanten mitnehme. Ein Tag mit Freunden, laufen im Sonnenschein – was sollte da auch anderes herauskommen, als gute Laune? Ein bisschen angestrengt haben wir uns aber auch, vor allem die fleißigen Helfer, die sich um die vielen verwirrten Sportler und Sportlerinnen gekümmert haben. Startnummer? Taschenabgabe? Toiletten? Fragen gab es viele, obwohl die Aufgabe eigentlich einfach war: Laufe um den Werdersee. Auf der einen Seite hin, auf der anderen zurück. Wer mit einem Mal nicht genug hatte, konnte sich für mehrere Runden melden.
Meine Raketenfreundin aus dem Allgäu kam angereist, um 50 Kilometer im Rahmen der Deutschen Meisterschaften zu laufen. Ich fühlte mich nicht ganz so meisterlich, aber Bremen ist nicht so weit von Bochum und die Kombination Freundin plus Werdersee war ein schlagendes Argument, um vier Mal um den See zu rennen, also 33,3 km. Da ich die einzige auf dieser Distanz in meiner Altersklasse war, genügte es für AK-Platz 1, einfach zu überleben. Aber auf Platz 12 insgesamt von 41 jüngeren Frauen bin ich dann auch ein bisschen stolz.
Weil es ein Gute-Laune-Tag war, tobten sich die Wolken bereits am Vortag aus, um dann einen fast windstillen Tag zu präsentieren. Wir starteten im Nebel und während neben uns Haubentaucher und Schwäne auftauchten, leckte die Sonne allmählich die feuchte Luft auf und gab den Blick auf den See frei.
Es gab drei Verpflegungsstationen auf der Strecke, aber angesichts unserer reichhaltigen Nudelparty am Vorabend, war mir die Musik deutlich wichtiger. Vier Mal 8,5 Kilometer Party, wobei sich die letzten viertausend Meter doch wie Bremsklötze an meine Beine hefteten. Schrebergarten, Friedhof, Stand up Paddler, bunte Mauer und dann hörte ich schon den Moderator.
Bei der LG Ultralauf fand ich Unterschlupf bis meine Freundin als Deutsche Meisterin gleich zwei Medaillen überreicht bekam. Die Wartezeit auf die Siegerehrung war auch Begegnungszeit: Hier eine Umarmung, dort ein bekanntes Gesicht, ich liebe es. Und immer noch schien die Sonne. Der beste Gewinn war dann für mich die Rückfahrt mit Ultra-Dirk. Nicht nur, dass es im Auto gemütlicher war als in der Bahn, den Tag gemeinsam nachklingen zu lassen während wir die Stadtmusikanten hinter uns ließen, war das Tüpfelchen auf dem I von einem gelungenen Wochenende.
Oben, unten, vorne gute Laune.
15.3.2026
